Denn das Vikariat ist die praktische Ausbildungszeit für angehende Pfarrerinnen und Pfarrer. Die Landeskirche sieht es vor, dass Vikare in ihrer Ausbildung vier Monate an einer Schule Religionsunterricht erteilen.
Seit neustem findet dieser Teil zu Beginn der Ausbildung statt. So hat Yvonne Koppel sich mit ihrer vollen Arbeitszeit zunächst also als „Lehrerin“ an der Paul-Schneider-Schule in Aspe versucht – und dabei schon einige Konfirmandinnen und Konfirmanden der Gemeinde kennengelernt.
Yvonne Koppel ist 29 Jahre alt und kommt aus der reformierten Kirchengemeinde Wöbbel, Belle, Billerbeck – also vom anderen Ende Lippes. Sie hat in Wuppertal, Rom und Berlin evangelische Theologie studiert und 2009 ihr erstes Examen
bestanden.
Für die nächsten zwei Jahre wird sie bei ihrer Mentorin, Pfarrerin Wiltrud Holzmüller, in der Stadtkirche mitarbeiten und viel lernen. Die Zeit in der Gemeinde wird immer wieder unterbrochen sein durch die Ausbildungsabschnitte im Predigerseminar in Wuppertal. Dort wird sie in mehrwöchigen Seminaren für die Gemeindearbeit, also die Gottesdienste, die Seelsorge und allem was dazu gehört, fortgebildet und in Form von Supervision immer wieder zur Selbstreflexion ermutigt.
„Wenn ich also immer wieder für längere Zeit verschwinde, wissen Sie nun, warum das so ist“, sagt die angehende Pastorin augenzwinkernd. Und: „Ich bin sehr gespannt auf die Zeit in der Gemeinde und freue mich auf den Kontakt
mit allen Gemeindemitgliedern. Ich hoffe, dass ich hier viele Übungsfelder finde, in denen ich mein bereits vorhandenes Wissen anwenden und gleichzeitig viel von und mit Ihnen lernen kann.“