Edeltraud Bräunig ist von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit dem Bundesverdienstkreuz am Band ausgezeichnet worden. Sie hat die von Bundespräsident Christian Wulf verliehene Auszeichnung für »gelebte Nächstenliebe« bekommen.
In der Begründung heißt es wörtlich:
»Edeltraud Bräunig beweist christliche Nächstenliebe. Tag für Tag. Und in sehr vielen Facetten.
Noch keine 40 Jahre alt, tauschte Edeltraud Bräunig Beruf gegen Berufung: Sie gab ihre Anstellung als Kartografin bei einem Verlag auf, um sich voll und ganz ehrenamtlichen Aktivitäten zu widmen, zunächst im Rahmen der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Bad Salzuflen, wo sie für den Bau eines Kindergartens sowie eines Wohnheims für Aussiedler und Migranten sorgte.
Um deren Wohlergehen kümmerte sie sich dann auch gleich persönlich, indem sie ihnen half, Möbel zu beschaffen, und ihnen auch sonst zur Seite stand.
Bis vor einiger Zeit war Edeltraud Bräuning auch eine der Leiterinnen der Bad Salzufler Frauenhilfe – etwa 50 Frauen, die für ältere Gemeindemitglieder bunte Nachmittage organisieren, kranke Gemeindemitglieder besuchen und helfen, wenn es keine Angehörige gibt, die das tun.
Fast 20 Jahre lang kümmerte sie sich um einen von ihr mit ins Leben gerufenen »Eine-Welt-Laden«. Am Ort bis heute unvergessen, wie sie mit einem Handwagen die Waren vom Lager in das Ladenlokal transportierte.
Als sich genug Helferinnen und Helfer gefunden hatten, damit der Laden weiterlief, wartete auf Edeltraud Bräunig schon die nächste Herausforderung: Der Vater ihrer Freundin war pflegebedürftig geworden – und sie übernahm die Aufgabe, ihn zu pflegen.
Bei all ihrem Engagement ist Edeltraud Bräunig sehr, sehr bescheiden und scheut die Öffentlichkeit – umso schöner, dass sie heute zu uns gekommen ist, um den Bundesverdienstorden entgegenzunehmen!«
Edeltraud Bräunig hat sich in unserer Gemeinde außer bei den bereits genannten Aufgaben in der Friedhofsverwaltung eingesetzt und sich intensiv um die Pflege des Friedhofs an der Herforder Straße gekümmert. Der Kirchenvorstand ist stolz darauf, dass ihr Einsatz und ihr Engagement jetzt auch »zivilrechtlich« die angemessene Anerkennung fand.
Insgesamt wurden diesmal 15 Frauen ausgezeichnet.
In einer Feierstunde in der Düsseldorfer Staatskanzlei bedankte sich die Ministerpräsidentin bei den Ausgezeichneten für ihr Engagement und wies auf die Besonderheit hin, dass erstmalig bei einer Ordenaushändigung ausschließlich Frauen berücksichtigt worden seien. Ministerpräsidentin Kraft: »Die heutige Festveranstaltung zeigt ganz deutlich, in wie vielfältiger Weise Frauen sich engagieren und dass es gelingen kann, ehrenamtliches Engagement mit familiären und beruflichen Aufgaben zu vereinbaren. Die wahren Vorbilder sind nicht irgendwelche Medien-Sternchen, sondern Menschen wie Sie. Sie alle haben viel mehr getan als Sie mussten. Sie tragen mit Ihrem Einsatz und Elan dazu bei, dass unser Land liebens- und lebenswert ist. Sie helfen mit Ihrer Menschlichkeit anderen, die Hilfe brauchen. Auch wenn Sie es selbst nicht so empfinden oder nicht wahrhaben wollen: Sie leisten tagtäglich Großes.«
Der Bundespräsident habe ein Signal setzen wollen und die besondere Wertschätzung von Frauen durch die Politik verdeutlichen wollen, so die Ministerpräsidentin, und ihr selbst sei es eine besondere Freude, diese Orden zu überreichen.
